Hashimoto und Fett? So stärkt Fett dein Immunsystem!

Mrz 14, 2016

Fett ist ein häufiges Streit-Thema. Es gibt viele überzeugte „Low-Fat“-Prediger, die gerade uns Hashimoto Betroffenen einen Gefallen tun möchten und uns glauben lassen, dass Fett Gift für unseren Körper ist. Denn häufig leiden wir unter Gewichtszunahme und denken, dass wir Fett rigoros aus unserem Speiseplan entfernen müssen, um abzunehmen. Dies ist aber ein Irrtum. Ich würde mich freuen, wenn ich dir das folgende beweisen kann:

Fett ist NICHT schlecht für Dich.

Wie kommt es zu der Annahme, dass Fett schlecht für dich ist?

Diese ganze Diät-Begeisterung für fettarme Produkte, die in den späten 1970er Jahren begann, ist auf eine fehlerhafte Forschung zurückzuführen. In den damaligen Forschungsergebnissen soll nachgewiesen worden sein, dass gesättigte Fettsäuren als Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen. Mittlerweile wurde allerdings erkannt und nachgewiesen, dass der wahre Übeltäter für den Anstieg an kardiovaskulären Erkrankungen in der westlichen Kultur Kohlenhydrate sind, d.h. Zucker und Stärke, sowie Fruktose als der größte Übeltäter. So sind vor allem kohlenhydratreiche Diäten schädlich, bei denen du mehr Kalorien bzw. Energie aufnimmst als du benötigst. Deshalb ist in den letzten drei Jahrzehnten die Rate an Herzerkrankungen trotz der Tatsache in die Höhe geschossen, dass so viele von uns zu fettarmen Salatdressings, fettarmer Milch und Joghurt sowie fettarmen Pastasoßen greifen. Chronischer Stress und unzureichende Schlaf sind auch Faktoren in der Herz-Kreislauf-Erkrankungs-Gleichung.

Warum solltest du gerade Fett in deinen Speiseplan aufnehmen?

So ist Nahrungsfett nicht nur nicht schlecht für Dich, sondern für Deine Gesundheit sehr wichtig. Du benötigst Fett um die Vitamine A, D, E und K aufnehmen zu können. Fett ist wichtig für die Zellerneuerung, die Nervenfunktion, die Verdauung und für die Bildung der Hormone, die auch deinen Stoffwechsel regulieren.

Die Membranen ein jeder Zelle in deinem Körper setzt sich aus Fettmolekülen zusammen. Dein Gehirn besteht aus mehr als 60% Fett und Cholesterin. So ganz nebenbei, das in der Nahrung enthaltene Cholesterin ist auch nicht schlecht für dich (hierzu werde ich aber einen eigenen Artikel „die Eierlüge“ verfassen). Eier sind sehr gesund für dich, vorausgesetzt dass du auf die richtige Qualität achtest.

Du hast wahrscheinlich eine Menge über Omega-3-Fettsäuren gehört. Auch ich habe bereits darüber hier geschrieben. Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren wurde mit einigen Krankheiten in Verbindung gebracht:

Legasthenie, Gewalt, Depressionen, Angstzustände, Gedächtnisstörungen, Alzheimer-Krankheit, Gewichtszunahme, Krebs, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Schlaganfall, Ekzeme, Allergien, Asthma, entzündliche Erkrankungen, Arthritis, Diabetes, Autoimmun-Erkrankungen und vieles andere.

Was sind nun gesunde Fette?

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fetten, das bedeutet: Wir müssen die Omega-3-Fettsäuren zu uns nehmen, da unser Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Nahezu überall im Körper werden die wertvollen Fettsäuren benötigt:

  • für die Produktion von Hormonen
  • für die Eiweisssynthese
  • für den Zellstoffwechsel
  • für die Versorgung der Gelenke mit Schmierstoff
  • für die Vermeidung von Entzündungen
  • für die Feuchtigkeit und Spannkraft von Haut und Haaren
  • für die Bildung der körpereigenen Abwehrzellen
  • für den Schutz vor Infektionskrankheiten

So ist es für uns Hashimoto-Betroffene insbesondere wichtig auf eine ausreichende Omega-3-Fettaufnahme zu achten.

Aber nicht alle Omega-3-Fettsäuren sind gleich. Es gibt drei Formen (ALA, DHA und EPA). ALA wird in Leinsamen, Kürbiskernen und vielen anderen pflanzlichen Quellen von ungesättigten Fettsäuren gefunden.Die in pflanzlichen Fetten und Ölen vorkommende ALA (alpha-Linolensäure) ist eine Art „Vorstufe“, aus der im Körper die biologisch aktiveren EPA und DHA gebildet werden können. Dein Körper braucht jedoch in erster Linie die beiden anderen Formen (der Unterschied ist tatsächlich die Länge des Moleküls, ALA ist die kürzeste und DHA ist die längste). So wird DHA und EPA in Wild-Fisch, Bio-Freiland-Eier, Freiland-Geflügel, mit Gras-gefüttertes Weide-Fleisch, Milchprodukte von Weide-Tieren und Wild gefunden.

Was sind die Vorteile von Omega-3-Fettsäuren? 

1. Omega-3-Fettsäuren schützen das Herz

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA erhöhten Blutdruck senken können. Dieser Effekt kann gesteigert werden, wenn das Essen gleichzeitig wenig Kochsalz und viel Kalium enthält (reich an Kalium sind z. B. Gemüse, Hülsenfrüchte, Bananen).
Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

2. Omega-3-Fettsäuren sind wichtig bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktion ist DHA unentbehrlich. Deshalb wird schon der Fetus insbesondere in den letzten drei Schwangerschafts-monaten über die Nabelschnur mit reichlichen Mengen „beliefert“. Voraussetzung dafür ist natürlich eine ausreichende Versorgung der Mutter.

Auch mit der Muttermilch setzt sich die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) an das Baby fort. Man weiß aus Untersuchungen, dass sich ihr Gehalt durch die Ernährung der Mutter beeinflussen lässt. Das heißt: Ist die Mutter optimal mit Omega-3-Fettsäuren versorgt, gibt sie diese auch über die Muttermilch an ihr Kind weiter.

3. Omega-3-Fettsäuren lindern Entzündungen

Nicht nur Erkrankungen wie Arthritis, Colitis ulcerosa und Parodontitis gehen mit Entzündungen einher, auch Diabetes, Arteriosklerose, Tinnitus, Bluthochdruck, Hashimoto Thyreoiditis, Multiple Sklerose und viele andere Krankheiten werden inzwischen mit chronischen Entzündungsprozessen in Zusammenhang gebracht – wie Sie hier nachlesen können: Entzündungen sind gefährlicher, als Sie denken

Omega-3-Fettsäuren reduzieren Entzündungen auf verschiedenen Wegen, z. B. indem sie das Hormonsystem wieder ins Gleichgewicht bringen, den Stoffwechsel normalisieren und zusätzlich auch noch das Immunsystem stärken.

4. Omega-3-Fettsäuren schützen die Augen

Seit Längerem ist bekannt, dass die Lebensweise und spezielle Ernährungsfaktoren wie antioxidative Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe zur Gesunderhaltung der Augen beitragen. In jüngster Zeit rücken verstärkt auch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. DHA ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Erhaltung der Sehschärfe bzw. der visuellen Leistungsfähigkeit.

5. Omega-3-Fettsäuren beugen Demenz vor

Durch eine ausgewogene Ernährung, die ausreichend EPA/DHA liefert wird ein guter Beitrag geleistet, die Entstehung von Demenz-Krankheiten zu verringern. Zahlreiche epidemiologische Studien (Beobachtungsstudien) der letzten 10 Jahre zeigten, dass der Verzehr von mehr Fisch sowie erhöhte Blutspiegel an EPA und DHA mit einem niedrigeren Risiko für den Verlust an geistigen Fähigkeiten und Demenzentwicklung bzw. dem Risiko, an Alzheimer zu erkranken, einhergehen.

6. Omega-3-Fettsäuren beugen Depressionen vor

Von verschiedenen psychischen Krankheiten ist bekannt, dass sie mit einer schlechten Versorgung mit EPA und DHA verbunden sein können. Das gilt beispielsweise für Depressionen undAufmerksamkeitsstörungen (z. B. ADHS und Autismus), bei denen eine verbesserte Versorgung mit diesen Omega-3-Fettsäuren positiv wirken kann.

7. Omega-3-Fettsäuren senken die Blutfettwerte

Die positive gesundheitsschützende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren auf Herz und Blutgefäße geht auch auf ihren Einfluss auf die Blutfettwerte zurück. Sie senken den Triglyzeridspiegel und haben langfristig positive Auswirkungen auf den Blutcholesterinspiegel. Omega-3-Fettsäuren können durch eine Erhöhung des schützenden HDL-Anteils das Verhältnis der Cholesterinanteile im Blut günstig beeinflussen.

Es gibt keinen Grund gesättigte oder einfach ungesättigte Fette zu vermeiden. Und qualitativ hochwertige tierische Fette wie „Weide-Butter“ und wie „Weide-Schmalz“ sind große Quellen nicht nur von gesunden Fetten, sondern auch von fettlöslichen Vitaminen. Kokosöl und Palmöl sind eine reiche Quelle von einer Art von gesättigten Fettsäuren, die sog. mittelkettigen Triglyzeride (MCTs). So haben diese eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf den Körper gezeigt wurde. Kaltgepresste Pflanzenöle (wie Olivenöl, Avocadoöl und Macadamianussöl) enthalten einfach ungesättigte Fettsäuren, die vor allem für das Herz gesund und reich an Antioxidantien sind.

Was ist mit Omega-6-Fettsäuren und welches Verhältnis sollte ich beachten?

 

Omega-6-Fettsäuren finden sich häufig in großen Mengen in ungesättigten Fetten. Viele Ernährungsspezialisten beschriften jetzt Linolsäure als wahres Teufelszeug. Linolsäure ist die vorherrschende Form der Omega-6-Fettsäuren, die in den Körnern, in modernen pflanzlichen Ölen und in Fleisch von mit Getreide gefütterten Tieren gefunden wird.

Aber es gibt keine schlechten Fette in der Natur. Das Problem ist die Menge an Omega-6-Fetten, die die moderne Ernährung enthält. Die Ernährungsweise unserer Vorfahren bestand aus Fettsäuren mit einem Verhältnis von 1:1 oder sogar 2:1 von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren.

Als vor etwa 10.000 Jahre Getreide in die moderne Ernährung eingeführt wurde und auch zum Nahrungsmittel der Weidetiere wurde, haben wir begonnen den Anteil der Omega-6-Fette in unserer Ernährung deutlich zu erhöhen. Und in den letzten 100 Jahren hat dies noch weiter zugenommen. Ein Hauptgrund ist, dass mit der Einführung von Rapsöl Mitte der 1980er Jahre die Omega-6-Fettsäuren in unserer Ernährung exponentiell angestiegen sind.

Das Sonnenblumenöl weist auch ein äusserst schlechtes Omega-6-Omega-3-Verhältnis auf, nämlich 128 zu 1.

 

Was passiert bei einem zu hohen Omega-6-Fettsäuren Konsum?

Die moderne westlichen Ernährung weist derzeit meist ein Verhältnis von 1:10 (oder mehr) aus Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren auf. Dies ist nicht das, was die Natur für unsere optimale Gesundheit vorgesehen hat.

In deinem Körper findet ein komplexes Zusammenspiel zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren statt, und beide sind für die Gesundheit von wesentlicher Bedeutung. Im Allgemeinen weisen Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmende Eigenschaften auf, während Omega-6-Fettsäuren entzündungsfördernd ist. Entzündungsfördernd klingt nun schlecht, aber in ausgewogener Menge, wie sie z.B. unsere Vorfahren verzehrt haben, sind sie für die Wundheilung und Bekämpfung von Infektionen wichtig.

Aber, wenn du übermäßig Omega-6-Fettsäuren verzehrst, kann dies zu einer Reizung der Darmschleimhaut führen und ein Leaky-Gut-Syndrom auslösen. Verursacht wird dies durch Gluten und andere Lektine sowie der übermäßige Kohlenhydrat-Konsum.

Dies schafft die Voraussetzung für viele Krankheiten und vermindert die Fähigkeit zur Bekämpfung von Infektionen und Allergien.

Was sollte ich nun in meiner Ernährung ändern?

Wenn Du nur eine Änderung in deiner Ernährung nach dem Lesen meines Blog vornimmst, hoffe ich, dass es deinen Konsum von Omega-3-Fettsäuren betrifft, mit dem Ziel der Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6 in deiner Ernährung.

Am einfachsten ist dies zu erreichen, wenn du in deinen Speiseplan mehr Fisch aufnimmst  und die Qualität deiner tierischen Produkte verbesserst. Esse lieber weniger Fleisch, aber achte auf die entsprechende Qualität. Fleisch sollte von Tieren stammen, die auf der Wiese waren und mit Gras gefüttert wurden. Auch bei Eiern ist es wichtig, nur Freiland-Eier in Bioqualität zu kaufen

Zusätzlich schränke deinen Verbrauch an Omega-6 reichen Lebensmitteln ein (wie Getreide, Sojaprodukte, die meisten Nüsse und Samen, und raffinierte Pflanzenöle). Kaltgepresste Öle – wie Olivenöl oder Avocado-Öl sind immer noch in Ordnung. Du könntest auch versuchen, qualitativ hochwertiges Fischöl einzubauen. Klinische Studien zeigen allerdings, dass dies vor allem große kurzfristige Vorteile (4-6 Wochen) hat, aber möglicherweise über einen längeren Zeitraum nicht gut sein soll. 

Nachdem ich meine Ernährung umgestellt habe und ein besseres Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren erreicht habe, ging es mir viel besser. Ich fühle mich fitter. Und auch meine Werte sind endlich mal wieder besser. Ich habe meine Hashimoto im Griff.

Fange du auch heute noch an und stelle deine Ernährung um. Du wirst begeistert von den Ergebnissen sein. Dein Immunsystem wird gestärkt und der Entzündungsprozess im Körper geht zurück.

Ich würde mich freuen, von Euren Erfahrungen zu lesen.

Carina Schnitzenbaumer

About the Author

Carina Schnitzenbaumer

Ich bin seit über 10 Jahren selbst von Hashimoto Thyreoiditis betroffen und habe viel erlebt: unwissende Ärzte, unzureichende Diagnosen, wenig verständnisvolle Bekannte und eine Verharmlosung meiner Symptome. In den letzten Jahren habe ich vor allem mich und meinen Körper sowie meine Bedürfnisse kennengelernt. So habe ich es geschafft in nur zwei Jahren meine Symptome in den Griff zu bekommen und wieder gesund zu werden. Durch eine Anpassung meiner Ernährung, meiner inneren Einstellung sowie die richtige Einstellung meiner Hormone, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente habe ich meine Lebensenergie wieder zurück gewonnen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit euch teilen. Ich freue mich über regen Austausch und euer Feedback.

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Gelegentlich findet sich eine chronische Hautentzundung, die mit Antibiotikacreme oder -Tabletten behandelt werden kann.

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