Kaffee und Hashimoto: So stark beeinflusst es deine Schilddrüse!

Feb 5, 2016

Schwarz wie der Teufel, heiß wie die Hölle, rein wie ein Engel, süß wie die Liebe! (Charles Maurice de Talleyrand)

Trinkst du noch Kaffee oder genießt du schon?

Gehörst du auch zu den Fanatikern, die Kaffee  verehren und für absolut gesund und unverzichtbar sehen?

Offen und ehrlich ist mir der Kaffee-Verzicht am schwersten gefallen. Lange habe ich an dem “Mythos” festgehalten, dass Kaffee gesund ist. Ich habe jeden Artikel gelesen, der mir dies immer wieder bewiesen hat. Ich habe all meinen Freunden von dem Bulletproof Coffee erzählt, der beim Abnehmen hilft und auch noch richtig gesund ist.
Gluten, Laktose, Milchprodukte generell, Nachtschattengewächse habe ich alles im Namen der Gesundheit weggelassen. Aber Kaffee??
Und so habe ich weiterhin versucht, mich zu überzeugen, dass Kaffee doch gar nicht so schlimm sei und keinen Bezug zur Schilddrüse hat.
 
Dieses schwarze Gebräu. Die schwarze Medizin. Mein Guten-Morgen-Trunk.
Wenn du Kaffee oder Internetnutzung für zwei Wochen aufgeben müsstest, was würdest du wählen? Und wie sieht es mit der Wahr zwischen Kaffee oder Schokolade aus?
Tja, die Entscheidung wäre bei mir immer auf Kaffee gefallen. Ich hätte dann ja auch immer das Gefühl gehabt, etwas gutes für meine Gesundheit zu tun. Achtsamkeit und Zuckerverzicht.
Das war meine Meinung. Völlig süchtig und überzeugt von Kaffee. Dabei hat meine Kaffee-Liebe erst im November 2015 angefangen, als ich nichts ahnend mit einer Freundin in einem tollen Restaurant essen war. Sie bestellt wie üblich einen Espresso zum Dessert und da überkam mich plötzlich die Lust zu probieren. Kaffee hatte mir davor nie geschmeckt und ich habe diesen ganzen Hype nicht verstanden. Aber an diesen einem Abend war es um mich geschehen. Seitdem bin ich der größte Kaffee-Liebhaber. Es geht nichts über meinen morgendlichen Bulletproof-Coffee und nachmittäglichen Mandelmilch-Cappuccino.
Nun, Monate später, wurde aus dem ersten Verliebtsein absolute Abhängigkeit und Sucht. Wenn du auch zu den Menschen gehörst, die für Ihren Kaffee “töten” würden und nichts über das Wundergebräu stellen würden, möchte ich dir die folgenden Informationen mitgeben. Es hat mich zum Nachdenken gebracht.
Vielleicht auch dich?

Die viel propagierten Vorteile des Kaffee-Konsums

Viele verlässliche Studien werden oft zitiert, wenn es um die Bestätigung geht, dass Kaffee reich an Antioxidantien und Polyphenole ist. Wie auch immer, können die exakt selben Mengen an Antioxidantien und Polyphonere auch in Obst und Gemüse gefunden werden. Und was in den vielen Studien verschweigen, dass Antioxidantien nur bei hoher Qualität der Kaffeebohnen und bestimmter Röstung gefunden werden können.
Zusätzlich finden sich Studien, dass Kaffee eine Rolle in der Vorbeugung gegen Krebs, Diabetes Typ 2 und Leberzirrhose spielt. Hier gibt es allerdings keine eindeutige Aussage und es bleibt genau zu hinterfragen.
Allerdings ist für mich der größte Vorteil am Kaffee, die damit verbundene Routine und diesem wunderbaren wohligen Gefühl, welches mich morgens bei der ersten Tasse durchströmt. Häufig ist dies eines der Lichtblicke, das mich aus dem Bett hüpfen lässt.

Und trotzdem, ist Kaffee nun für jedermann geeignet?

Nein, nicht wirklich. Denn jeder kann unterschiedlich auf Kaffee reagieren. Manche Menschen werden hibbelig und nervös, während andere wiederum sich für Stunden wach sind. Viele Kaffee-Trinker fühlen sich in den ersten beiden Stunden hervorragend und fit ( hauptsächlich auf den Dopamin-Anstieg zurückzuführen), allerdings kann danach das Energie-Level und die Aufmerksamkeit rapide absinken.
Kaffee wird in der ersten Phase der Leberentgiftung verstoffwechselt. Einige Personen, mit einem langsamen Stoffwechsel, tun sich manchmal schwerer, Kaffee  im Körper zu verarbeiten. Dies zeigt sich dann entweder sofort in der Entstehung eines unangenehmem nervösen Gefühl oder verzögert in Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden.

Was ist nun so beunruhigend an dem Kaffee-Konsum?

Wenn du nun an Schilddrüsenproblemen, Hashimoto, Nebennierenschwäche, Schlaflosigkeit, Depression, Angst oder Hormonstörungen leidest, ist es wichtig sich der “dunklen Seite des Kaffees” bewusst zu sein. Nur so kannst du eine gute und ausgewogene Entscheidung bezüglich deines Kaffee-Konsums treffen.
So findest du hier nun die eher unbekannten und negativen Effekte von Kaffee:
 

1. Kaffee steigert deinen Blutzuckerspiegel

Coffein lässt nachweislich deinen Blutzuckerspiegel ansteigen. Dies ist insbesondere für Personen gefährlich, die an Unterzucker leiden. Unterzucker zeigt sich meist, wenn du hungrig bist und dich dann sehr unruhig, schlechtgelaunt, zittrig fühlst sowie dich nur schwer konzentrieren kannst. Blutzuckerschwankungen verursachen Insulinspitzen, die nicht nur die Nebennieren ermüden, sondern auch das ganze Immunsystem durcheinander bringen und schwächen. Dies ist natürlich insbesondere für uns Hashimoto Betroffene schlecht, denn solche Insulinspitzen sind sehr entzündungsfördernd.

2. Kaffee schadet deiner Figur

Aufgrund des oben beschriebenen Blutzuckeranstiegs benötigen wir eine schnelle Lösung, wenn der Blutzucker abfällt. Dies führt meist dazu, dass wir etwa 2 Stunden nach dem morgendlichen Kaffee besonders anfällig für Süßés oder kohlenhydratreiche Snacks sind. Dies ist natürlich nicht besonders förderlich für die Figur. Allerdings kann generell kein Fett verbrannt werden, solange der Körper Insulin ausschüttet. So landet das morgendliche Croissant sofort auf den Hüften, da der Körper mit dem Abbau des Insulins beschäftigt ist und jegliche weiter konsumierte Kalorien einfach nur einlagert.

 3. Kaffee verstärkt deinen Reflux und schädigt deine Darmschleimhaut

Kaffee stimuliert die Freisetzung von Magensäure, um die Verdauung zu beschleunigen. So kann es zu Sodbrennen führen. Kaffee ist sehr säurehaltig und verursacht ein sehr schädliches Milieu in deinem Magen-Darm-Trakt.
Kaffee stimuliert auch die Bildung von Gallensäure und Verdauungsezyme, aufgrunddessen so viele Menschen die Toilette aufsuchen müssen).
Für jemanden mit einer gesunden Verdauung ist es kein Problem. Allerdings kann es für Betroffene einer Auto-Immunerkrankung weitere Schäden in der Darmschleimhaut (d.h. “Leahy-Gut-Syndrom”) verursachen.

4. Kaffee erschöpft die Nebennieren

Kaffee regt die Nebennieren an mehr Cortisol freizusetzen. Cortisol ist unser Stress-Hormon. Dies ist der Grund, warum wir das wunderbare, aber kurzlebige Gefühl eines Energiekicks erleben. Aber: Das Stresshormon Adrenalin erhöht bekanntlich den Herzschlag, steigert die Muskelfunktion und versetzt unseren Körper in die Lage, Gefahrensituationen besser zu meistern. Adrenalin hatte früher die Funktion, uns zu helfen, vor Raubtieren zu fliehen oder gegen sie anzukämpfen. Auch wenn wir Menschen heute eher selten gegen Raubtiere kämpfen müssen, schüttet unsere Nebenniere in Stresssituationen Adrenalin aus. Und Kaffee versetzt unseren Körper ebenso in eine Stresssituation.
Was einige von uns nicht realisieren, dass erschöpfte Nebennieren häufig ein Grund für Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Depressionen und Müdigkeit sind. Kaffee zu trinken, wenn die Nebennieren sowieso schon erschöpft sind, heizt das Feuer nur weiter an.

5. Kaffee macht unglücklich

Kaffee versetzt den Körper nicht nur durch die Ausschüttung von Adrenalin in Stress, sondern macht auch noch unglücklich. Denn Kaffee erhöht auch den Noradrenalinspiegel und hemmt so die Serotonin-Bildung. Serotonin ist unser Glückshormon und ein Mangel macht uns müde, dick, launisch und eben unglücklich.

6. Kaffee verschlimmert PMS und Brustschmerzen

Es ist nachweislich belegt, dass Kaffee zu Östrogen-Dominanz beiträgt und so ein hormonelles Ungleichgewicht verursacht. Dies führt dazu, dass wir zu viel Östrogen im Verhältnis zum Progesteron haben.
Die Folge von einer Östrogen-Dominanz sind PMS, Brustschmerzen, starke und schmerzhafte Perioden und ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs.

7. Kaffee verstärkt Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Gluten und co.

50% der Betroffenen mit einer Gluten-Unverträglichkeit weisen auch weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit anderen Lebensmitteln wie Casein, Mais, Kaffee und so gut wie alle Getreidesorten, da deren Klebereiweiß eine ähnliche Struktur aufweist. So berichten zahlreiche Betroffene von einer ähnlichen Reaktion bei Kaffeekonsum wie wenn sie Gluten essen würden.

8. Kaffee beeinträchtigt die Umwandlung von T4 in T3 Schilddrüsenhormonen 

Kaffee beeinträchtigt die Aufnahme von L-Thyroxin (die synthetischen Schilddrüsenhormonen), So ist es wichtig, dass Schilddrüsenpatienten ihren Hormonersatz mindestens eine (besser zwei) Stunden vor dem ersten Kaffee einnehmen sollten.
Zusätzlich ist es noch viel wichtiger zu wissen, dass Kaffee auch zusätzlich die Umwandlung von T4 zu T3 eingeschränkt wird, wenn eine Östrogendominanz (wie in Punkt 5 erwähnt) vorliegt.

9. Kaffee kann Fehlgeburten begünstigen

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass Frauen, die während ihrer Schwangerschaft Kaffee tranken, ein höheres Risiko für Fehlgeburten hatten.

Zusammenfassung

Nachdem ich alle diese Nachteile recherchiert habe, habe ich nun eine Entscheidung getroffen und verzichte in der Fastenzeit vollkommen auf Kaffee, schwarzen/grünen Tee oder andere koffeinhaltige Getränke. Ich bin gespannt.

Machst du mit?

Carina Schnitzenbaumer

About the Author

Carina Schnitzenbaumer

Ich bin seit über 10 Jahren selbst von Hashimoto Thyreoiditis betroffen und habe viel erlebt: unwissende Ärzte, unzureichende Diagnosen, wenig verständnisvolle Bekannte und eine Verharmlosung meiner Symptome. In den letzten Jahren habe ich vor allem mich und meinen Körper sowie meine Bedürfnisse kennengelernt. So habe ich es geschafft in nur zwei Jahren meine Symptome in den Griff zu bekommen und wieder gesund zu werden. Durch eine Anpassung meiner Ernährung, meiner inneren Einstellung sowie die richtige Einstellung meiner Hormone, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente habe ich meine Lebensenergie wieder zurück gewonnen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit euch teilen. Ich freue mich über regen Austausch und euer Feedback.

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milchersatz.com

Danke schön für euren praktischen Artikel.

Ich bin bereits länger ein ruhiger Leser. Und jetzt musste mich mal einen schnellen Kommentar schreiben und „Danke“ sagen.

Macht genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf den nächsten Beitrag

Nikia Stodola

Sehr interessanter Artikel, danke dass du dir die Mühe gemcht hast diesen Beitrag zu schreiben! Ich werde definitiv öfter vorbeischauen! 🙂

Kräuterfee

Hallo Carina,

Vorab finde ich es sehr schön, dass du das Thema Kaffee kritisch hinterfragst. Ich selber trinke sehr viel Kaffee, merke aber jeden Tag, dass ich das Getränk ehr aus einer Abhängigkeit konsumiere, statt aus Genuss und Wohltat.
Tatsächlich fehlt mir aber noch ein kleiner Anstoß mehr um jetzt einfach mit Kaffee „Schluss zu machen“.
Hast du vielleicht auch Quellen zu den Thesen, die gegen Kaffee sprechen? Für die eigene Recherche wäre das ein super Anfang!
LG

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