Serotonin und Hashimoto: Glück kommt von deinem Hormonhaushalt!

Feb 3, 2016

Glück kommt von innen! (Sprichwort) In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks. (Heinrich Heine) Neun Zehntel unseres Glücks beruhen allein auf der Gesundheit. (Arthur Schopenhauer)

Ja, das Glück und die Zufriedenheit kommt von innen. Oft ist es aber nur schwer, glücklich zu sein. Heute möchte ich einmal mehr den Zusammenhang zwischen Hashimoto und dem Botenstoff Serotonin untersuchen.

Was macht uns happy?

Gute oder schlechte Laune hängt nicht von deinem Kontostand, deinem Job, oder der Größe deiner Wohnung, die Beziehung zu deinen Freunden oder deinem Partner ab. Glück hängt von der inneren Einstellung und deinem Hormonhaushalt ab.

Die Grant-Studie  zeigt sehr interessante Ergebnisse. Nachweislich wird Glück nicht einmal durch den Zustand  wie Gesundheit oder Krankheit beeinflusst. Es ist die innere Einstellung und diese stellt sich immer wieder ein. Was bedeutet dies genau?

Wenn du also die Nachricht erhälst an einer schlimmen Krankheit erkrankt zu sein, wirst du natürlich zuerst einmal auf der Glückskala nach untenfallen. Ebenso wie du auf deiner Glücksskala steigen wirst, wenn du die Mitteilung über einen Lottogewinn erhälst. Befragt man aber diese beiden Menschen nach einer gewissen Zeit, haben sie eben wieder dasselbe Glücksniveau wie vor den beiden Ereignissen.

Bitte sei dir darüber bewusst, dass dein seelisches Wohlbefinden in hohem Maße von deinem Hormonhaushalt und im besonderen von deinem Serotoninspiegel beeinflusst wird.

Was ist Serotonin?

Serotonin ist unser Glückshormon. Es trägt wesentlich zu unserem Wohlbefinden bei. Fehlt uns Serotonin fühlen wir uns schlecht gelaunt, launisch und sogar depressiv. Leider kann man Serotonin nicht einfach als Pille schlucken. Das wäre im wahrsten Sinn des Wortes eine rosarote Glückspille. Allerdings entsteht Serotonin im Gehirn. Durch unseren Lebenswandel und unsere Ernährung sind allerdings die Voraussetzungen für die Herstellung von Serotonin nicht mehr erfüllt. Unsere Stimmung sinkt aufgrund eines Serotonin-Mangels.

Welche positiven Eigenschaften hat Serotonin?

Nun Serotonin hat neben der bereits erwähnten und bekannten Eigenschaft ein Stimmungsaufheller zu sein noch zahlreiche weitere Vorteile. So zügelt es den Appetit, reguliert das Herz-Kreislaufsystem, unterstützt den Magen-Darm-Trakt und beeinflusst den Augeninnendruck. Weiterhin macht es dich müde oder wach, ist für die Schmerzempfindung verantwortlich und unterstützt auf die Regulation der Körpertemperatur.

Warum hilft nun Serotonin vor allem bei Hashimoto?

Viele Symptome bei Hashimoto können durch einen ausreichenden Serotoninspiegel gemildert werden. Müdigkeit, Schlafstörungen, Depression, Angst-und Panickattacken, Verdauungsprobleme und Stress. Auf das Thema Stress möchte ich noch einmal näher eingehen. Häufig tritt eine Nebennierenschwäche mit Hashimoto auf. Stress verbraucht große Mengen Serotonin. Verfügen wir jedoch über genügend Serotonin, können wir auch besser mit Stress umgehen. Wieso ist dies so? Das Glückshormon Serotonin wirkt sich positiv auf die Ausschüttung von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Es entlastet so die Nebennieren.

Wie beeinflusse ich den Serotoninspiegel?

So haben etliche Medikamente und Drogen einen Einfluss auf den Serotoninspiegel. Diese haben allerdings schreckliche Nebenwirkungen. Zehn Prozent aller Erwachsenen (in den Industrienationen) nehmen regelmäßig Antidepressiva, um dieses wohlige Gefühl zu haben, für das Serotonin verantwortlich ist. Auch der Drogenkonsum (Alkohol, Ecstacy, Kokain, Crystal Meth,..) steigt an, da auch hier ähnliche Gefühle für einen kurzen Moment erlebt werden. Nicht ohne Grund besteht hier die Gefahr der Abhängigkeit, denn dieses Gefühl macht süchtig!

Wichtig zu wissen ist, dass der Serotoninspiegel auch über die Ernährung beeinflussbar ist. Und hier ist es nicht nur von Bedeutung, was du isst, sondern auch wie du es isst. Denn beides ist eine Voraussetzung, ob Serotonin im Gehirn gebildet werden kann.

Schokolade macht nur bei übermäßigen Verzehr gute Laune.

Wer kenn das nicht? Wir haben einen schlechten Tag oder fühlen uns gestresst, traurig und abgeschlagen. Nur ein Stückchen Schokolade kann nun noch helfen, denken wir. Um einen positiven Effekt zu merken, müssten wir aber schon mehrere Tafeln essen. Und ja, auch das habe ich schon getan. Ich konnte nämlich nicht mehr aufhören…denn Zucker schüttet Insulin aus und Insulin wirkt wiederum auf die Serotoninbildung. Eine Sucht entsteht!

Dass dies aber im großen Maß gesundheitsschädigend ist, brauche ich dir ja nicht sagen. Und unserer Figur tut es auch nicht gut.

Warum helfen Serotonin-Pillen nicht?

Nun könntest du ja auf die Idee kommen, einfach Serotonin Pillen herzustellen und dann wäre das Problem gelöst (und dich würde dies auch noch reich machen ;-)). Leider zeigt dies keinerlei Wirkung. Denn das Serotonin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. So würdest du niemals gute Laune bekommen, wenn du Serotonin als Tablette schlucken würdest. Es kommt nämlich nicht in deinem Gehirn an.

Es gibt aber noch einen anderen Weg ins Gehirn. Und dieser heißt: L-Tryptophan. Dieser Stoff verfügt über einen Schlüssel, der die Blut-Hirn-Schranke überwindet und seinen Weg vom Darm zum Gehirn erfolgreich findet.

Wie kann ich die Bildung von Serotonin beeinflussen?

Allerdings ist L-Tryptophan nicht der einzige Stoff, der diesen Schlüssel zum Gehirn hat. Sondern auch andere Aminonsäuren wie Tyrosin, Leucin, etc. meistern dies erfolgreich. Im Gegensatz zu den Aminosäuren ist L-Tryptophan allerdings nichts so durchsetzungsstark und wartet deshalb bis alle anderen die Blut-Hirn-Schranke passiert haben.

So ist es wichtig, dass wir eine Situation herleiten, bei der die Aminosäure L-Tryptophan „alleine“ vor Hirn-Blut-Schranke steht und darauf wartet durchgelassen zu werden. Wie wird dies ermöglicht?

Dies sind die wesentlichen Kriterien:

  1. Ernährung: L-Tryptophanreiche und möglichst eiweißarme Lebensmittel (am besten Rohkost). Allerdings  ist dies selten zu finden, da L-Tryptophan eine Aminosäure ist und meist in Kombination mit weiteren Aminosäuren auftritt.
  2. Bewegung: Schweißtreibendes anstrengendes Training führt zu Verwendung der Aminosäuren und die Umwandlung der proteinreichen Nahrung in Muskelmasse und ermöglicht so das Passieren des L-Tryptophans im Gehirn. Sportler kennen dieses Hoch insbesondere nach einem Marathon oder ähnliche ausdauernde und anstrengenden Aktivitäten.
  3. Kauen: Es ist wichtig, dass die Nahrung sehr gut und häufig gekaut wird. So sollte die Nahrung am besten über den Tag verteilt in vielen kleinen Portionen aufgenommen werden. So wird die Aufspaltung in alle Bestandteile ermöglicht und die Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt gefördert.

Diese Kriterien werden in unseren modernen Alltag jedoch selten erfüllt. Häufig schlingen wir in der Mittagspause schnell das Sandwich runter oder essen nebenbei abends beim Fernsehen. Die Achtsamkeit fürs Essen fehlt. Der Sport kommt häufig auch zu kurz. Und unsere Ernährung besteht aus vielen verarbeiteten Lebensmittel. Rohkost rangiert meist nicht auf unserer Lieblingsliste.

Unser Körper ist jedoch immer noch auf unser früheres Steinzeitleben angepasst. Hier wurde gegessen was gesammelt oder gejagt werden konnte. So bestand die Ernährung großenteils aus wilden Blattgemüse, das gut gekaut werden musste. Um ausreichend Nahrung zu finden, wurden oft kilometer lange Märsche zurückgelegt, die bis zur Erschöpfung gingen.

So ist unser bequemes Leben auf der Couch oder ganztägiges Sitzen am Schreibtischstuhl zwar normal, aber für unseren Körper stellt dies eine Extrem-Situation dar, auf die er nicht ausgelegt ist.

Wie kann ich durch Ernährung meinen Serotoninspiegel beeinflussen?

Insbesondere spielt das Frühstück eine große Rolle bei der Serotoninbildung. Hier können wir besonders positiv eingreifen, denn morgens sind wir nüchtern und es tummeln sich noch nicht so viele andere Aminosäuren vor der Blut-Hirn-Schranke.

Meine Empfehlung ist die folgende: Trinke zum Frühstück einen grünen Smoothie, der mit einem Hochleistungsmixer hergestellt wurde. Dadurch wird sichergestellt, dass das Blattgemüse bereits so aufgebrochen ist, wie es durch stundenlanges Kauen entstehen würde.

Zusätzlich reichere den Smoothie mit L-Tryptophanreichen Lebensmitteln an. Hierunter fallen Samen (Sesam, Amaranth, Quinoa), Nüsse (vor allem Cashews) und Sojabohnen. Ich empfehle vor allem Sesam Amarant und Quinoa, da diese gut in Rohkostqualität erhältlich sind. Weiterhin reichere deinen grünen Smoothie mit Früchten an, die vor allem reich an Chinasäure sind, wie z.B.: Kiwi, Pflaumen, Cranberry und Pfirsiche.

Meine Extra-Empfehlung für den Serotonin-Booster ist Quinoa und Amaranth feingemahlen, in Rohkostqualität. Dies erhälst du in Apotheken oder bei Amazon.
Ich kann dir das folgende empfehlen: Inka Gold. Du nimmst das Inka Gold mit einem großen Glas Wasser, etwa 15 Minuten bevor du deinen grünen Smoothie trinkst.

Ein weiterer positive Nebeneffekt von Inka Gold war bei mir, dass ich auch weniger Hunger hatte. So hilft es auch bei der Gewichtsabnahme, welche häufig bei Hashimoto schwierig ist.

Die grünen Smoothies sind auch noch sehr vitalstoffreich. Dies unterstützt doppelt die Serotoninbildung. Denn neben L-Tryptophan werden für die Bildung von Serotonin auch noch B-Vitamine, Zink, Vitamin C, Magnesium, Mangan, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D benötigt.

Was hemmt die Serotoninbildung?/thrive_highlight]

Bitte aufgepasst: Kaffee stoppt die Serotoninbildung.

Kaffee hemmt nachweislich die Herstellung von Serotonin im Gehirn. Neben den bereits beschriebenen eiweißreichen Serotoninblockern fördert Kaffee den Serotoninmangel. Koffein hemmt nämlich ein Enzym, das aus L-Tryptophan Serotonin herstellt. Also bitte unbedingt Kaffee vermeiden oder erst später trinken.

Außerdem beeinflusst auch die Anti-Babypille die Serotoninbildung. Häufig verursacht die Pille einen Vitamin B6 Mangel. Vitamin B6 wird aber maßgeblich für die Herstellung des Glückshormon benötigt.

Welche Ernährungsweise unterstützt generell positiv bei Hashimoto und bei Depression bzw. Seretoninmangel?

Wie bereits beschrieben ist unser Körper immer noch perfekt auf die Bedürfnisse aus der Steinzeit angepasst. So sollte auch unsere Ernährung und Lebensweise dies berücksichtigen. Ich kann dir vor allem die Paleo- Ernährung und im speziellen das Auto-Immunprotokoll (AiP) ans Herz legen.

[divider style='full']

[thrive_highlight highlight='#8e0e0e' text='light']Welche weiteren Möglichkeiten gibt es die Serotoninbildung zu unterstützen?

Neben der bereits erwähnten Ernährungsumstellung, dem Inka Gold und den grünen Smoothies kannst du auch L-Tryptophan als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ich selbst habe mich dagegen entschieden, da ich bereits sehr viele Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Vitamin D, B-Vitamine, Probiotika und Selen einnehme.

Es kann aber durchaus Sinn für dich machen und verstärkt positiven Effekt haben, so dass du keine Antidepressiva benötigst. Lese dir doch auf Amazon die Rezessionen durch und probiere es für dich aus.

Weiterführende Literatur/thrive_highlight]

Buch: „Endlich gut drauf: Wie Sie Ihre Glückshormone natürlich anregen: Für mehr Wohlbefinden, Lebensfreude und Energie“ von Günter Harnisch –> Mehr Informationen hier.

Artikel: Welt.de: „Hormone schrauben an unseren Emotionen“

Carina Schnitzenbaumer

About the Author

Carina Schnitzenbaumer

Ich bin seit über 10 Jahren selbst von Hashimoto Thyreoiditis betroffen und habe viel erlebt: unwissende Ärzte, unzureichende Diagnosen, wenig verständnisvolle Bekannte und eine Verharmlosung meiner Symptome. In den letzten Jahren habe ich vor allem mich und meinen Körper sowie meine Bedürfnisse kennengelernt. So habe ich es geschafft in nur zwei Jahren meine Symptome in den Griff zu bekommen und wieder gesund zu werden. Durch eine Anpassung meiner Ernährung, meiner inneren Einstellung sowie die richtige Einstellung meiner Hormone, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente habe ich meine Lebensenergie wieder zurück gewonnen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit euch teilen. Ich freue mich über regen Austausch und euer Feedback.

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Monika

Hallo liebe Carina!

Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich kann dich nur zu gut verstehen. Bin selbst seit 25 Jahren an Hashimoto Thyreoiditis erkrankt. Ich ging damals ein dreiviertel Jahr durch die „Hölle“, ehe man meine Symptome deuten, und eine richtige Diagnose stellen konnte. Auch ich bin auf wenig Verständnis innerhalb von Bekannten und Familie gestoßen, und die Ärzte haben mich mit Antidepressiva versucht ruhig zu stellen. Bis vor drei Jahren ging es mir relativ gut mit meiner Medikation von Thyrex, meine Werte sind auch jetzt immer noch in Ordnung.

Nun bin ich aber wieder an so einem Punkt angelangt, anfänglich seltene Migräneattacken häufen sich, und treten nun verstärkt mindestens 2mal wöchentlich auf, zudem gesellt sich eine Schlaflosigkeit, eine Dauererschöpfung, und mittlerweile auch eine depressive Verstimmung. Die Migräne wird zwar von einem Neurologen überwacht und therapiert, lässt sich aber nicht unterdrücken, ebenso die oben genannten anderen Symptome. Wenn ich bei Frauenarzt, Neurologe und Hausarzt mein „Leiden“ klage, meinen die nur, dass halt die Menopause zu erwarten sei, und die Hormone jetzt verrückt spielen, und dass das schon wieder ins Lot käme. Die Werte der jährlichen Vorsorgeuntersuchung sind immer top. Hormontherapie habe ich gemacht, die einzige Reaktion darauf war eine Hormonblutung, und eine daraus resultierende Unterleibs OP. Neben Autogenem Training, Akkupunktur, guter Ernährung, Stressbewältigung, Sport ( sofern ich dazu noch in der Lage bin), habe ich alles versucht, doch nichts bringt wirklich auf Dauer meine Lebensfreude, eine ordentliche Schlafqualität, und meine Kraft zurück.

Da mir die Ärzte nicht weiterhelfen (können) recherchiere ich schon einige Monate im Netz wegen dieser höllischen Migräne, die immer öfter kommt, und mich in die Knie zwingt, und nun denke ich, ich bin danke deines Artikels, auf der richtigen Spur. Nie hätte ich einen Zusammenhang zwischen Hashimoto, Migräne, und Serotonin(mangel), vermutet.

Ich danke dir dafür, und sehe wieder etwas Licht am Ende des Tunnels 🙂

Alles Liebe, Monika

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