Hashimoto und Selbstliebe: Nicht immer leicht mit der Diagnose

Feb 7, 2016

Wer sich selbst nicht auf die rechte Art liebt, kann auch andere nicht lieben. Denn die rechte Liebe zu sich ist auch das natürliche Gutsein zu anderen. Selbstliebe ist also nicht Ichsucht, sondern Gutsein. (Musil)

Letztens bin ich auf Facebook über eine tolle Facebook Meldung der 29-jährigen Molly Galbraith gestoßen. Sie setzt damit ein wichtiges Zeichen. Es ist ein Post, der zu mehr Selbstliebe, Akzeptanz und Offenheit auffordert.

Gerade als Hashimoto Betroffener ist das Wohlfühlen im eigenen Körper häufig ein Problem. Allerdings kommt dies vielen Frauen bekannt vor. Oft machen wir uns zu viele Gedanken darüber, ob wir in die gesellschaftliche Norm passen oder ob wir anderen Leuten gefallen.
Genau so ging es auch der ehemaligen Bodybuilderin Molly Galbraith. Aufgrund ihres Berufes legte sie immer großen Wert auf ihr Aussehen, natürlich im Besonderen auf die Figur.
Dementsprechend wurde sie im Laufe ihres Lebens fast nur noch über ihr Äußeres definiert und wahrgenommen.
So übten die Medien ständig Druck auf, gewisse Erwartungen zu erfüllen. Über ihren Körper wurde ständig Urteil gefällt und es verging kein Jahreswechsel ohne einen neuen Vorsatz oder ein diszipliniertes, neues Ziel für ihren Körper. Aber diesem Druck, der sie jahrelang begleitete, setzte sie nun Anfang 2016 ein Ende.
Mich freut auch insbesondere, dass sie noch einen Schritt weitergeht und veröffentlicht, dass auch sie von Hashimoto und PCOS betroffen ist. Vielen Dank, liebe Molly Galbraith. Wir brauchen mehr solche Vorbilder. Es ist wichtig offen darüber zu reden. Sowohl über Selbstliebe als auch über Krankheit.

Molly Galbraith will ein Zeichen setzen

Die 29-Jährige postete ein Foto von sich auf ihrer Facebook-Seite, mit einer wirklich tollen Botschaft:

Hashimoto Selbstliebe Molly Galbraith

„Das ist mein Körper.
Das ist kein Vorher-Bild.
Das ist kein Nachher-Bild.
Das ist einfach mein Körper, wie er an einem x-beliebigen Dienstag im Dezember 2015 aussieht – es ist ein Bild aus meinem Leben.
Das ist ein Körper, der Proteine liebt und Gemüse und Käse und Eiscreme.
Das ist ein Körper, der Bankdrücken, Klimmzüge, Kreuzheben und Schlaf liebt.
Das ist ein Körper, der mit Fast Food, durchgefeierten Nächten und Stress missbraucht wurde.

Das ist ein Körper, der an den Rande der Magerkeit für Figur-Wettbewerbe und zu maximaler Stärke für Gewichtheben-Contests gepusht wurde.
Das ist ein Körper, der um Gnade bettelte, als er die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis und POCS erhielt.
Das ist ein Körper, der

– zu fett
– zu dünn
– zu maskulin
– zu stark
– zu schwach
– zu gross
– zu schlank

genannt wurde. Und das alles in derselben Woche.
Dieser Körper wurde öffentlich evaluiert, bewertet und kritisiert. Dieses Urteil wurde gefällt, um meine Fähigkeiten als Coach und Trainerin, und den Wert meiner Person festzulegen, sowohl positiv, als auch negativ.
Manche Leute sagen, sie würden töten, um diesen Körper zu haben. Andere sagen, sie würden sich selbst töten, wenn sie diesen Körper hätten. (Ja, das sind Dinge, die Menschen einander sagen.)
Das ist ein Körper, für den ich zu viel Zeit, Energie und mentale Kraft aufgebracht habe, mit dem Wunsch, dass er anders aussehen würde.
Und heute? Heute ist es ein Körper, der geliebt, bewundert und geschätzt wird von der einzigen Person, dessen Meinung zählt – nämlich von MIR.
Das ist das erste Jahr, seit ich mich erinnern kann, in dem ich keinen Vorsatz habe, das Aussehen meines Körpers zu verändern.
Das ist eine Form von Freiheit, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie mal erleben würde und es fühlt sich richtig richtig gut an.“

Warum ist Selbstliebe so wichtig?

Häufig denken wir, dass Selbstliebe narzistisch ist.  Jedoch ist es ganz das Gegenteil! Sich selbst lieben bedeutet jedoch keinesfalls ein Egoist zu sein, der auf eine nazistische Art in sich selbst vernarrt ist.

Mangelnde Selbstliebe ist die Ursache für die meisten Probleme der Menschen.

Es ist eine ewige Suche nach Anerkennung, Bestätigung und Liebe Anderer.

Du suchst etwas, was du dir selbst nicht geben kannst. Wir haben seit unserer Kindheit gelernt, dass wir andere Lieben sollen. Selbstverständlich sollten wir unseren Nächsten Gutes tun.

Was die meisten aber nicht gelernt haben, ist, dass Liebe zu erst bei uns selbst beginnt. Wer sich selbst nicht liebt, der kann auch andere Menschen nicht lieben.

Liebe ich mich selbst? Ein kleiner Test! 

Lese dir die folgenden Fragen durch und überlege:

  • Denkst du oft, du müsstest noch etwas ganz Bestimmtes erfüllen, bevor du wirklich glücklich sein darfst?
  • Denkst du, du wärst nur liebenswert, wenn du ganz bestimmte Charaktereigenschaften aufweist?
  • Hast du Schwierigkeiten, Fehler zuzugeben oder sie dir selbst zu verzeihen?
  • Hast du manchmal das Gefühl, es würde eine unsichtbare Mauer geben, gegen die die immer und immer wieder gegenläufst?
  • Hast du dich abgerackert ohne Ende, fühlst dich aber trotzdem oft nicht wertig genug?
  • Hast du oft das Gefühl, in einer anderen Situation wäre dein Leben besser?

Wenn du mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet hast, dann lies schnell weiter und lerne, wie du deine Selbstliebe stärken kannst.

Wie kann ich Selbstliebe stärken?

Du hast bestimmte Gewohnheiten im Umgang mit dir selbst entwickelt. Aber kein Grund zur Panik. Denn das Gute an Gewohnheiten ist, dass sie sich verändern lassen!  Auch die Gewohnheiten im Umgang mit dir selbst. Indem du deine Gewohnheiten veränderst, zeigst du dir jeden Tag ein kleines bisschen mehr, dass du dich selbst liebst, anerkennst und für wichtig hältst.

Achtsamkeit kann dir helfen, dies jeden Tag zu üben. Nimm dir zum Beispiel bewusst Zeit für dich, um ein Bad zu genießen oder dich einzucremen.

Mehr Informationen zum  Thema Selbstliebe

Artikel: 5 Tipps sich selbst zu lieben – Gedankenpower.de

Artikel: Selbstliebe- Lerne dich selbst zu lieben

Buch: Heirate dich selbst: Wie radikale Selbstliebe unser Leben revolutioniert (Veit Lindau) –> Mehr Informationen hier.

Carina Schnitzenbaumer

About the Author

Carina Schnitzenbaumer

Ich bin seit über 10 Jahren selbst von Hashimoto Thyreoiditis betroffen und habe viel erlebt: unwissende Ärzte, unzureichende Diagnosen, wenig verständnisvolle Bekannte und eine Verharmlosung meiner Symptome. In den letzten Jahren habe ich vor allem mich und meinen Körper sowie meine Bedürfnisse kennengelernt. So habe ich es geschafft in nur zwei Jahren meine Symptome in den Griff zu bekommen und wieder gesund zu werden. Durch eine Anpassung meiner Ernährung, meiner inneren Einstellung sowie die richtige Einstellung meiner Hormone, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente habe ich meine Lebensenergie wieder zurück gewonnen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit euch teilen. Ich freue mich über regen Austausch und euer Feedback.

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