Hashimoto und die Seele: Wer bin ich und was macht mich krank?

Dez 4, 2015

Ich habe mich zusätzlich zu der klassischen Medizin und Diagnostik der Hashimoto auch mit alternativen Fragestellungen beschäftigt.

Was steht hinter meiner Krankheit? Warum leide gerade ich unter einer Autoimmunerkrankung? Warum greift mein Körper meine Schilddrüse an und bekämpft diese?

Aus spiritueller Sicht deutet eine Schilddrüsenerkrankung auf Probleme mit dem Sprechen und insbesondere mit dem Nichtsprechen hin. Es hat etwas mit dem eigenen Ausdruck zu tun.

Vielen Hashimoto Betroffenen fällt es schwer, bestimmte Dinge an- bzw. auszusprechen. Ich neige zum Beispiel dazu, still zu sein und abzuwarten, um dem Ärger oder Konflikt aus dem Weg zu gehen. Ich bin insbesondere sehr harmoniebedürftig und habe große Probleme, Kritik auszusprechen.

IMG_5523Dies hat bereits den Ursprung in meiner Kindheit. Bereits als kleines Mädchen habe ich meine eigenen Bedürfnisse unterdrückt und meine Meinung lieber für mich behalten, wenn ich Ärger vermutet habe. Ich war ein sehr liebes, braves, zurückhaltendes und ein wenig unsicheres Kind. Dieses Verhalten zieht sich nun durch mein gesamtes Erwachsenenleben und insbesondere durch meine Beziehungen.

Diese Konflikt-Unfähigkeit ist mir allerdings erst durch meine letzte Beziehung bewusst geworden, als dies zum Killer wurde. In meiner gesamten siebenjährigen Beziehung war ich nicht in der Lage, ernsthafte Probleme und Bedürfnisse sowie Wünsche anzusprechen. Ich wollte es immer gut und recht machen und habe es dadurch natürlich zerstört.

Ich habe allerdings nicht nur meine Beziehung zerstört, sondern auch meine Gesundheit sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Immer wieder litt ich unter Hashimoto-Schüben und Symptomen der Immunreaktion. Einen Zusammenhang habe ich allerdings nie gesehen.

Langsam lerne ich meine Bedürfnisse besser zu verstehen und aus diesen Ausdruck zu verleihen. Dies baut unglaublichen Druck ab. In diesem Artikel möchte ich mit dir meine positiven Erfahrungen teilen. Ich würde mich freuen zu erfahren, ob du ähnliche Erlebnisse hattest und wie es dir geht. Kommt dir dies bekannt  vor?

Spirituelle Bedeutung einer Schilddrüsenunterfunktion?

Wie bereits öfters beschrieben, sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut verfügbar sind.

AkneTypische Symptome sind ein geringer Grundumsatz und wenig Energie. Zusätzlich fällt dein Blutdruck ebenso wie dein Blutzuckerspiegel, eine Anämie tritt auf, und dein Stoffwechsel funktioniert nur noch auf kleinster Flamme, was sich in Müdigkeit, Schlappheit, allgemeiner Antriebslosigkeit und zunehmenden Gewicht niederschlägt. Appetitmangel und Verstopfung kommen noch hinzu, die Haare und Nägel werden brüchig. Die Haut ist schlecht durchblutet, dadurch kalt und neigt zur Verdickung. Häufig neigt die Haut zu Unreinheiten und Schuppen. Deine Stimmung ist tendenziell mutlos-depressiv, dein Gesichtsausdruck anteilnahmslos. Du wirkst insgesamt verschlafen, langsam und lethargisch. Jahrelang habe ich unter Akne sowie trockener, schuppiger Haut gelitten. Und anstelle dies als Teil zu akzeptieren, habe ich versucht es zu verstecken. Unter Tonnen von Make-up oder ich bin eben gleich zu Hause geblieben…

Rüdiger Dahlke beschreibt in „Krankheit als Sprache der Seele„, dass du dir ein „dickes Fell“ gegenüber deiner Umwelt zugelegt hast. Der Betroffene lässt nichts mehr an sich rankommen. So bleibt die Haut nach außen kühl und ausdruckslos. Wenn man „kalte Füße bekommt“, schwingt Angst mit. Ein Mensch, der seinen Platz zum Wurzelschlagen noch nicht gefunden hat, lebt natürlich grundlegend in Angst.

Vieles lässt die Betroffenen kalt und es scheint, als hätte man sich tot gestellt. Vor allem eben seine eigenen Bedürfnisse. So ist es wenig erstaunlich, dass sich Betroffene häufig in ihrer Haut nicht wohlfühlen und auch unter Hautproblemen leiden.

Sollte dir dies bekannt vorkommen und du dich mit diesem Bild identifizieren können, empfehle ich dir dich mit den folgenden Fragestellungen auseinanderzusetzen. Mir hat dies sehr geholfen und mir die Augen geöffnet.

Tieferliegende Fragestellungen zur Schilddrüsenunterfunktion:

  1. Warum will ich nicht mehr lebendig sein? Was veranlasst mich auf Sparflamme zu leben?
  2. Wozu brauche ich ein so dickes Fell?
  3. Was will mir mein Übergewicht sagen? Was ersetzt es mir?
  4. Was macht mich zum Eisblock?
  5. Wie kann ich meine Resignation in Hingabe verwandeln?
  6. Was ist der Sinn des Lebens und des Tod?
  7. Wo ist mein Platz im Leben, an dem ich Leben und gedeihen möchte?

Der Weg aus der Krankheit: Wieder ins Leben finden

Wichtig ist es zu Lernen, unangenehmes anzusprechen und für sich selbst einzustehen. Nicht mehr alles runterzuschlucken und seine eigenen Wünsche oder Bedürfnisse zu leugnen. Die Ängste zu akzeptieren und anzunehmen, als Teil des Lebens.

Es sind die kleinen Momente im täglichen Leben, die dir helfen dies zu üben. Unangenehme Themen anzusprechen, seine Meinung zu sagen und sich nicht unterdrücken lassen, kannst du hervorragend üben. Mach dir bewusst, dass es bei unangenehmen Themen darauf ankommt, wie du es aussprichst. Und dass ein Nichtaussprechen verletzender ist und zu größeren Problemen führt, da der Konflikt in dir bestehen bleibt. Du wirst dich durch das Nichtaussprechen in deiner Haut nicht wohlfühlen. Du bist es dir selbst nicht wert, dein Bedürfnis einzufordern. Es ist wichtig, dass wir uns Selbst lieben und wertschätzen. Den eigenen Selbstwert zu kennen und die eigenen Wünsche zu respektieren.

Durch unsere Hormonschwankungen erleben wir immer wieder Hochs und Tiefs. Dies kann von absoluter Freude über Melancholie und Depression  bis zu Angst- und Panikattacken neigen. Über den richtigen Umgang mit Angstattacken erfährst du in einem diesem Artikel mehr.

Meine Generelle Empfehlung einem Tief entgegenzuwirken:

Erinnere dich bewusst an ein freudiges Ereignis aus der Vergangenheit. Dieses kann dann dein Anker sein, wenn du mal wieder auf dem Meer der Depression und Melancholie treibst. Ich denke dann immer an einen schönen Urlaub, einen Liebesbrief oder einen schönen Moment mit einer Freundin.

Mittlerweile habe ich mir eine kleine Box erstellt, in die ich immer einen Zettel lege, wenn mir etwas positives widerfahren ist. Falls ich dann einen Durchhänger spüre, schaue ich einfach in die kleine Happy-Box und fühle mich klein besser. Probiere es mal aus!

Psychotherapeutische Unterstützung

Die Pflege der Seele ist ein Schlüssel zum Wohlbefinden. Deshalb ist nach der Hashimoto-Diagnose es notwendig, auch auf deine Seele zu achten. Hier kann die Begleitung durch einen guten Psychotherapeuten empfehlenswert sein. Gerade in Zeiten mit Angstzuständen und Panikattacken ist die Therapie besonders hilfreich. Eine häufig angewendete Methode ist hier die Gesprächstherapie. So arbeiten Therapeut und Patient in Gesprächen, die sanft, provokativ oder klärend sein können, mit den vorhanden Gefühlen in der jeweiligen aktuellen Situation und bringen dabei auch die Vergangenheit in den Zusammenhang. So können auch Belastungen und Muster aus der Kindheit aufgedeckt und gelöst werden.

Fällt dir eine Gesprächstherapie schwer, dann können dir auch andere Therapien helfen, wie Lachyoga, Kunsttherapie oder Meditation. Insbesondere die Meditation kann eine interessante Möglichkeit zur Reise nach innen darstellen. Mir hat dies besonders geholfen.

Meditation als Reise nach innen und Befreiung der Seele meditation

Um meine eigenen verborgenen Bedürfnisse besser zu verstehen, habe ich ein zehntägiges Schweigeseminar besucht. Diese Erfahrung war unglaublich wertvoll, aber auch schmerzhaft. Ich habe viele versteckten Verletzungen entdeckt und war plötzlich mit Dingen konfrontiert, die ich über Jahre verdrängt habe. Ich habe mich selbst in Frage gestellt und angefangen über den Sinn des Lebens nachzudenken. Erst dadurch konnte ich meinen eigenen Wert sehen und habe mich als Person mit meinen Macken und Schwächen akzeptiert. Ich hatte immer eine Neigung zum Perfektionismus: die perfekte Tochter, Schwester, Freundin und Partnerin zu sein. Dies hat einen sehr hohen Leistungsdruck ausgeübt und keinen Raum für Fehler und Schwächen gelassen. Geschweige denn, für meine Wünsche und Bedürfnisse. Ich musste funktionieren und habe natürlich nicht funktioniert. Es ist eine unglaubliche Leere entstanden.

Erst der Weg und die Reise zu mir selbst, haben meine Leere gefüllt und mich Wärme und Liebe empfinden lassen. Seitdem achte ich auf mich und akzeptiere meine Emotionen.

Ich kann dir diese Erfahrung sehr empfehlen und insbesondere als Ergänzung für deinen Genesungsweg. Hierzu habe ich die folgenden Möglichkeiten ausprobiert und sehr positive Erlebnisse gehabt:

  1. Vipassana- Dhamma Meditation: Dies ist eine Achtsamkeitsmeditation. Du lernst deinen Körper bewusst wahrzunehmen, zu achten und zu lieben. Ich empfehle dir insbesondere das 10 tägige Schweigeseminar. Es steht jedem offen und wird auf Spendenbasis finanziert. Mir haben auch die Lebens-Prinzipien gefallen, die dir hier vermittelt werden. Es beinhaltet keine religiöse Orientierung. Weitere Informationen findest du hier.
  2. Transformationswoche: Dem Herzen folgen (Robert Betz): In dieser geführten Meditation reist du in die Vergangenheit und Zukunft. Ziel ist, dass du wieder auf dein Herz und deine Wünsche hörst. Ich empfehle dies vor allem, falls du Schwierigkeiten hast Emotionen zu spüren und das Gefühl hast, ein Eisblock zu sein. Diese Meditation hat mir geholfen, wieder aufzutauen und meine Eismauer abzubauen. Allerdings ist es sehr teuer und hat eine christliche Prägung.Weitere Informationen findest du hier.

Zusammenfassung

IMG_5614Neben der klassischen Therapie durch Schilddrüsenhormone ist es sehr interessant, sich mit der eigenen Persönlichkeit zu befassen. Häufig lassen sich hier Parallelen zu den Symptomen finden. Die Schilddrüse wird als Ausdrucksorgan für die Seele gesehen. Es ist wichtig, dass du dir selbst Ausdruck verleihst und deine Wünsche sowie Bedürfnisse respektierst und vor allem berücksichtigst. Konflikte und Probleme in sich reinzufressen, kann zu einer autoagressiven Reaktion führen und die Autoimmunerkrankung verschlimmern, wenn nicht sogar der Auslöser sein. Erst nachdem ich meine eigenen Wünsche ergründet habe und eine Reise zu mir selbst unternommen habe, fing ich an mich in meiner Haut wohlzufühlen. Ich konnte wieder strahlen vor Freude und Energie. Die Wolke der Gleichgültigkeit, die mich immer umhüllt hatte, war verschwunden. Das Gefühl zu Leben war da!

Sage auch JA zum Leben. Gehe den Dingen auf den Grund, ob mit Hilfe von Mediation oder therapeutischen Maßnahmen. Hole dir dein Lächeln zurück!

Carina Schnitzenbaumer

About the Author

Carina Schnitzenbaumer

Ich bin seit über 10 Jahren selbst von Hashimoto Thyreoiditis betroffen und habe viel erlebt: unwissende Ärzte, unzureichende Diagnosen, wenig verständnisvolle Bekannte und eine Verharmlosung meiner Symptome. In den letzten Jahren habe ich vor allem mich und meinen Körper sowie meine Bedürfnisse kennengelernt. So habe ich es geschafft in nur zwei Jahren meine Symptome in den Griff zu bekommen und wieder gesund zu werden. Durch eine Anpassung meiner Ernährung, meiner inneren Einstellung sowie die richtige Einstellung meiner Hormone, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente habe ich meine Lebensenergie wieder zurück gewonnen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit euch teilen. Ich freue mich über regen Austausch und euer Feedback.

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Karin Krefft

Super! Gefällt mir wirklich sehr gut und ist aufschlussreich!

Sabrina

Hallo Carina, das ist eine tolle Seite!! Vielen Dank für die Mühe und die vielen Informationen. Viele Grüße aus Hamburg, Sabrina

Martina

Tolle Seite…vielen Dank dafür <3

Cindy Morawetz

Du sprichst mir aus der Selle, ich habe diesen Weg gerade begonnen, und das motiviert mich noch viel mehr, Vielen Dank das du das geteilt hast.

Daniela

Daniela

Ich bin durch Zufall auf diese Seite geraten. Die Beiträge haben mich sehr gefesselt, denn es erging mir ähnlich. Ich bin
zwar schon 50 Jahre und habe meine Diagnose Hashimoto seit ca. 8 Jahren. Meine Hausärztin hat sie entdeckt und konnte mir recht gut erklären, was es damit auf sich hatte. Sie hat selbst eine Autoimmunkrankheit. Vor über 10 Jahren habe ich schon eine Psychotherapie begonnen, da ich eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert bekam. Ich glaubte schon immer daran, das man die eigenen „Selbstheilungskräfte“ aktivieren kann und versuchte verschiedene alternative Methoden, wie z.B. Akkupunktur bei Dr. Chen Wanchao in einem Nachbarort. Ich bekam zu allem Verdruss auch noch einen Tinnitus nun hatte ich eine Menge in Eigenverantwortung zu tun. In meiner Vergangenheit als Kind habe ich auch ebenfalls sehr wenig gesprochen. Ich war sehr selten krank, hatte keine Akne in der Pubertät und bin schon immer sehr schlank. Seit ich denken kann habe ich einen niedrigen Blutdruck, den ich als junges Mädchen mit Sport und Wechselduschen gut beheben konnte. Später lies wohl die Achtsamkeit für den eigenen Körper etwas nach. Ich habe in meiner Beziehung zu meinem Mann immer wieder gespürt, das ich zu kurz kam. Ich konnte meine Hemmungen allerdings nicht überwinden, bis ich es nach und nach in der Psychotherapie lernte. Ich habe viel über mich und mein „So-Sein“ gelernt und lerne immer weiter. Heute mache ich regelmäßig Yoga und nehme in gewissen Abständen am „Naikan“ im Naikan-Zentrum in Dresden teil. Nai = Innen Kan= Schau Innenschau Ich hoffe für mich noch viele schöne Erfahrungen und Erlebnisse in meinem Leben zu haben. Dir wünsche ich für die Zukunft Alles Gute Daniela B.

UlrikeHasshoff

Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich hab seit meiner Kindheit Anämie und will immer allen alles recht machen . Bin immer müde, heul schnell und frier. Nach langer Suche würde jetzt hashimoto diagnostiziert. Ich bin froh aber meine Umwelt hält mich für übertrieben empfindlich und nimmt mich überhaupt nicht ernst.

Eva

Liebe Carina, ich würde mich sehr gerne mehr mit Dir austauschen!!! Das alles ist genau so, als ob ich es geschrieben hätte. Ich habe aber noch Fragen und du bist sehr sympathisch und hübsch dazu. Wo könnte ich mit Dir schreiben?
Ganz liebe Grüße aus München
Eva

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